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Die Zeit nach 1945

In beiden Weltkriegen waren Bürger als Opfer zu beklagen, wobei der Ort selbst von Zerstörungen verschont blieb. Der Zustrom der Umsiedler 1945 ließ die Einwohnerzahl von ca. 650 bis auf über 1.000 ansteigen. Darunter waren sehr viele Umsiedler aus Pommern und Schlesien, die bereits in den zwanziger Jahren hier in der Saison gearbeitet hatten. Die Bodenreform brachte für 13 Bauern einen Neuanfang.
Das „typische Bauerndorf mit seinen kleinen Handwerksbetrieben" platzte fast aus den Nähten. So waren bis Ende 1960 etwa 20 Gewerke in Rothenschirmbach ansässig:

1952 gründeten einige Bauern des Ortes die LPG "Thomas Müntzer". Sie war bis zur Wende 1990 mit 370 Arbeitsplätzen der größte Arbeitgeber in Rothenschirmbach. Doch mehr und mehr Einwohner fanden in den sich entwickelnden umliegenden Städten in den verschiedensten Industriezweigen sowie im Handel und Verkehr Arbeit.

In der immer noch von der Landwirtschaft geprägten Gemeinde,
die mit ihren mehr als 100 Schrebergärten und dem kleinen Gartenlokal „Die Gurke“, später „Die Bauernstube“, ihre Bürger begeisterte,
in der ein bereits vergessener Volkschor, geleitet von einem Lehrer, einmal sehr aktiv war,
die mit den umliegenden LPGs Kooperationsgemeinschaften bildete,
in der 1969 eine moderne10-klassige „Polytechnische Oberschule“ eingeweiht wurde,
in der traditionelles Brauchtum mit den „Pfingstburschen 80“ wieder gepflegt wurde - und wird,
in dem der bereits 1920 gegründete Fußballverein, aber auch ein Kegelklub und verschiedene Tanzgruppen, immer wieder für sportliche Begeisterung sorgten,
und nicht zuletzt die 1922 gegründete Freiwillige Feuerwehr, die für Schutz und Sicherheit der Bürger immer für den Ort in Bereitschaft war und ist,
brachte der politische Umbruch 1990 unzählige Veränderungen.